Zerstreutes Hinausschaun


Was werden wir in diesen Frühlingstagen tun, die jetzt rasch kommen? Oder schauen wir, der Max und ich, aus Furcht oder Trägheit oder Stumpfsinn gar nicht mehr aus dem Fenster und bemerken nicht den langnasigen, pickligen, offenbar so freundlichen und lustigen General mit dem preiswerten Anzug vom Pock & Pockenburg, dem mit dem großen Karomuster, der uns an den hochverdienten Nils Potter Frankenwald und seine berühmte Garderobe erinnert? Alle tragen jetzt diese Anzüge, alle, die nicht abseitsstehen wollen. Wird er sich uns erneut in seinem drolligen Trippelschritt nähern, mit dem Hüftschwung eines Tänzers? Und wenn er nicht kommt? Wenn er ausbleibt? Wenn er sich nicht mehr blicken lässt? Aber was sind das für Fragen!

Der General, oder vielleicht ist er nur ein Feldwebel in Reserve, der schon früher uns zum Gaudium aufspielte, am Feierabend, am Wochenende, an Heimatfesten, und wir klatschten, bis uns Arme und Hände schmerzten, der Parteisoldat oder einer seiner vielen Stellvertreter, die ihm zum Verwechseln ähnlichsehen, sie paradieren, das kann man durchaus sagen, sie paradieren inzwischen häufig vor unseren Fenstern. Ja, schon damals, als alles anfing, wusste er das Dorf zu bannen, und heute, ja heute zieht er mit seinem Gefolge durchs ganze Land, ja selbst in die Städte, und fesselt die Massen, denen er ein neues Lebensgefühl schenkt, so überaus freundlich, wie er auftritt und sich vor uns verneigt. Wenn er Präsens und Präsenz verwechselt, Nietzsche und Noetzsche, Kopf und Bauch, wissen wir doch, dass er alles zum Besseren, tatsächlich zum Besten wenden wird, denn das Alte muss weg, es muss definitiv weg, und wir denken wie der General und folgen ihm auf seinem Zug und singen begeistert den Erotica-Marsch.
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